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Das Familienessen ist kein Investitionsausschuss.

Wenn aus Familienmeinungen Kapitalentscheidungen werden, zählt Governance.

Sonntagabend.

Die Familie sitzt gemeinsam am Tisch.

Eigentlich geht es um das Abendessen.

Und irgendwann um das Unternehmen.

Der Vater sagt:

„Wir müssen das Stammwerk erweitern.“

Die Tochter sagt:

„Wir sollten das Geld in Digitalisierung und Automatisierung investieren.“

Der Sohn sagt:

„Unser Wachstum liegt im Ausland.“

Der CFO sagt am Montagmorgen:

„Wir sollten zuerst unsere Verschuldung reduzieren.“

Vier Perspektiven.

Vier Argumente.

Ein Unternehmen.

Und nur ein verfügbares Kapitalbudget.

Das Problem ist nicht, dass einer von ihnen falsch liegen muss.

Das Problem ist, dass sie möglicherweise nach völlig unterschiedlichen Kriterien entscheiden.

Alle können recht haben

Der Vater kennt das bestehende Geschäft vielleicht seit 30 Jahren.

Er weiß, welche Produktionskapazitäten fehlen.

Er kennt die Kunden.

Er kennt die Mitarbeiter.

Und er weiß, welchen Stellenwert das Stammwerk für das Unternehmen besitzt.

Die Tochter sieht vielleicht etwas anderes.

Veraltete Prozesse.

Zu viel manuelle Arbeit.

Fehlende Datenintegration.

Automatisierungspotenzial.

Technologische Risiken.

Der Sohn betrachtet die internationalen Märkte.

Er sieht Wachstumsmöglichkeiten, die das bestehende Geschäft im Heimatmarkt nicht mehr bietet.

Der CFO betrachtet wiederum Bilanz, Cashflow, Verschuldung und Finanzierungskosten.

Jeder betrachtet dasselbe Unternehmen.

Aber jeder betrachtet eine andere Dimension seines Erfolgs.

Das Problem beginnt, wenn Meinungen zu Kapitalentscheidungen werden

Solange über Ideen gesprochen wird, ist das kein Problem.

Doch irgendwann werden aus Ideen Investitionsanträge.

Aus Investitionsanträgen werden Budgets.

Und aus Budgets werden reale Kapitalbindungen.

Dann lautet die Frage nicht mehr:

„Welche Idee gefällt uns besser?“

Sondern:

„Welche Kombination unserer Investitionsmöglichkeiten soll tatsächlich das Kapital des Unternehmens erhalten?“

Genau an diesem Punkt wird Governance entscheidend.

Der Familientisch kennt keine einheitliche Zielfunktion

Das Stammwerk kann nach einem Kriterium attraktiv sein.

Die Digitalisierung nach einem anderen.

Die Internationalisierung nach einem dritten.

Der Schuldenabbau folgt wiederum einer anderen finanziellen Logik.

Vielleicht diskutiert die Familie deshalb gar nicht über vier Alternativen.

Vielleicht diskutiert sie über vier unterschiedliche Definitionen von Erfolg.

Der Vater bewertet Kontinuität und operative Stärke.

Die Tochter bewertet Produktivität und Zukunftsfähigkeit.

Der Sohn bewertet Wachstum.

Der CFO bewertet finanzielle Stabilität.

Wenn diese Kriterien nicht explizit gemacht werden, wird die Diskussion schnell persönlich.

Dann scheint es, als würden Menschen gegeneinander argumentieren.

Dabei konkurrieren möglicherweise vor allem ihre Entscheidungskriterien.

Make the criteria explicit

Genau hier kann eine strukturierte Capital-Allocation-Logik helfen.

Nicht indem sie entscheidet, wer recht hat.

Sondern indem zunächst sichtbar gemacht wird, wonach überhaupt entschieden werden soll.

Zum Beispiel:

Erwarteter finanzieller Wertbeitrag.

Cashflow.

Wachstum.

Risiko.

Produktivität.

Digitalisierung.

Internationalisierung.

Strategische Relevanz.

Liquiditätswirkung.

Ressourcenbedarf.

Oder langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Aus impliziten Präferenzen werden explizite Entscheidungskriterien.

Gewichte machen Prioritäten sichtbar

Aber Kriterien allein reichen nicht.

Denn ein Unternehmen kann nicht gleichzeitig jede Dimension maximieren.

Wachstum kann Kapital benötigen.

Liquidität kann dadurch sinken.

Schuldenabbau kann finanzielle Stabilität erhöhen, aber gleichzeitig Investitionsmöglichkeiten begrenzen.

Internationalisierung kann neue Chancen schaffen und gleichzeitig zusätzliche Risiken erzeugen.

Automatisierung kann kurzfristig Kapital binden und langfristig Produktivität erhöhen.

Deshalb muss eine weitere Frage beantwortet werden:

Was ist uns wie wichtig?

Genau hier werden strategische Prioritäten relevant.

Wenn Wachstum wichtiger wird, verändert sich möglicherweise das Portfolio.

Wenn finanzielle Stabilität stärker gewichtet wird, kann eine andere Kombination entstehen.

Wenn Digitalisierung strategisch priorisiert wird, verändert sich die Kapitalallokation erneut.

Gewichte sind damit nicht nur mathematische Parameter.

Sie können Ausdruck einer bewusst definierten Unternehmensstrategie sein.

Und dann gibt es Dinge, über die nicht verhandelt wird

Nicht jede Eigentümerentscheidung sollte lediglich gewichtet werden.

Manche Bedingungen sind Grenzen.

Constraints.

Zum Beispiel:

Die Verschuldung darf X nicht überschreiten.

Die Mindestliquidität muss Y betragen.

Bestimmte regulatorische Investitionen müssen umgesetzt werden.

Ein strategischer Standort muss erhalten bleiben.

Bestimmte Ressourcen stehen nur begrenzt zur Verfügung.

Ein Projekt kann erst starten, wenn ein anderes abgeschlossen ist.

Damit wird klar unterschieden zwischen:

Was wünschen wir uns?

und:

Welche Bedingungen müssen zwingend erfüllt sein?

Vier Meinungen werden zu vier Szenarien

Jetzt wird die ursprüngliche Diskussion interessant.

Man muss nicht sofort entscheiden, welche Perspektive gewinnt.

Man kann zunächst berechnen, was die unterschiedlichen Perspektiven bedeuten.

SCENARIO 1: CONTINUITY

Das bestehende Geschäft und das Stammwerk erhalten eine höhere strategische Priorität.

Welche Kapitalallokation entsteht?

SCENARIO 2: DIGITALIZATION

Automatisierung, Digitalisierung und Produktivität erhalten mehr Gewicht.

Wie verändert sich das Portfolio?

SCENARIO 3: INTERNATIONAL GROWTH

Wachstum und internationale Expansion werden stärker priorisiert.

Welche Projekte kommen dadurch in das Portfolio?

SCENARIO 4: FINANCIAL STABILITY

Verschuldung, Liquidität und finanzielle Widerstandsfähigkeit erhalten höhere Priorität beziehungsweise engere Grenzen.

Welche Investitionen bleiben dann übrig?

Plötzlich stehen nicht mehr Vater, Tochter, Sohn und CFO gegeneinander.

Auf dem Tisch liegen vier berechenbare strategische Szenarien.

Und vielleicht gibt es ein fünftes Szenario

Das interessanteste Portfolio muss nicht einer einzelnen Person gehören.

Vielleicht liegt die beste Lösung zwischen den Positionen.

Ein Teil des Kapitals stärkt das Stammwerk.

Ein Teil finanziert Digitalisierung.

Internationalisierung erfolgt selektiv.

Gleichzeitig werden definierte Grenzen für Verschuldung und Liquidität eingehalten.

Das ist keine politische Kompromissformel.

Es kann das Ergebnis einer Portfolio-Optimierung unter gemeinsam definierten Zielen und Constraints sein.

Das Abendessen löst keine Capital Allocation

Familienunternehmen besitzen einen besonderen Vorteil.

Eigentum und Verantwortung liegen häufig näher beieinander als in anonymen Konzernstrukturen.

Entscheidungen können langfristiger gedacht werden.

Vertrauen kann über Jahrzehnte gewachsen sein.

Aber genau diese Nähe kann eine Herausforderung erzeugen.

Familie, Eigentum und Unternehmensführung überschneiden sich.

Eine Diskussion über ein Projekt kann deshalb gleichzeitig eine Diskussion über Strategie, Generationen, Verantwortung und persönliche Überzeugungen sein.

Deshalb braucht Capital Allocation einen definierten Entscheidungsprozess.

StratePlan macht aus Meinungen keine Wahrheiten

Das ist entscheidend.

Wenn die Tochter Digitalisierung priorisiert, beweist eine mathematische Berechnung nicht, dass sie recht hat.

Wenn der Vater das Stammwerk erhalten möchte, beweist Mathematik nicht, dass seine Entscheidung falsch ist.

Wenn der Sohn international expandieren möchte, kann ein Algorithmus nicht garantieren, dass die Markterwartungen eintreten.

Und wenn der CFO Verschuldung reduzieren möchte, entscheidet Mathematik nicht über die Risikobereitschaft der Familie.

StratePlan löst keinen Familienkonflikt.

Und es sollte auch nicht versuchen, das zu tun.

Die Aufgabe ist eine andere.

Den sachlich berechenbaren Teil des Konflikts sichtbar zu machen.

From opinions to assumptions

Das verändert die Diskussion.

Aus:

„Ich glaube, Internationalisierung ist wichtiger.“

wird:

„Was passiert mit unserem Portfolio, wenn wir internationales Wachstum stärker priorisieren?“

Aus:

„Wir müssen endlich digitalisieren.“

wird:

„Welche Projekte werden finanziert, wenn Produktivität und Digitalisierung höhere strategische Gewichte erhalten?“

Aus:

„Wir haben zu viele Schulden.“

wird:

„Wie verändert sich unser Investitionsportfolio bei einer maximalen Verschuldung von X?“

Aus Positionen werden Annahmen.

Aus Annahmen werden Szenarien.

Aus Szenarien werden vergleichbare Konsequenzen.

Governance beginnt vor der Berechnung

Die wichtigste Arbeit findet deshalb möglicherweise statt, bevor überhaupt optimiert wird.

Welche Ziele verfolgt das Unternehmen?

Welche Kriterien gelten?

Wer definiert ihre Bedeutung?

Welche Bedingungen sind zwingend?

Welche Annahmen werden verwendet?

Welche Daten bilden die Grundlage?

Und wer besitzt am Ende die Entscheidungskompetenz?

Mathematische Optimierung ersetzt Governance nicht.

Sie braucht Governance.

StratePlan: Make the decision logic visible

Genau hier kann StratePlan eingesetzt werden.

Investitionsprojekte werden innerhalb eines gemeinsamen Entscheidungsraums betrachtet.

Kriterien können definiert werden.

Strategische Prioritäten können über geeignete Bewertungslogiken abgebildet werden.

Budgets, Ressourcen, Abhängigkeiten und weitere Bedingungen können als Constraints berücksichtigt werden.

Unterschiedliche Annahmen können als Szenarien gerechnet werden.

Und die daraus entstehenden Portfoliozusammensetzungen können miteinander verglichen werden.

Damit wird nicht berechnet, welches Familienmitglied recht hat.

Es wird berechnet, welche Kapitalallokation aus den jeweils definierten Bedingungen entsteht.

Die interessanteste Frage lautet vielleicht: Warum unterscheiden wir uns?

Wenn zwei Familienmitglieder zu unterschiedlichen Investitionsentscheidungen kommen, muss die Differenz nicht zwangsläufig persönlich sein.

Vielleicht unterscheiden sich ihre Erwartungen.

Vielleicht ihre Risikobereitschaft.

Vielleicht ihre zeitlichen Horizonte.

Vielleicht ihre strategischen Prioritäten.

Vielleicht ihre Annahmen über Märkte und Technologien.

Wenn diese Unterschiede explizit werden, verändert sich die Diskussion.

Dann geht es nicht mehr darum, wer sich durchsetzt.

Sondern darum, welche Annahme die Familie gemeinsam tragen möchte.

Der Algorithmus sitzt nicht mit am Familientisch

Und das ist gut so.

Er kennt die Geschichte der Familie nicht.

Er kennt keine persönlichen Beziehungen.

Er kennt keine Generationenkonflikte.

Er entscheidet nicht, welche Werte weitergegeben werden sollen.

Und er bestimmt nicht, wer am Ende recht bekommt.

Das bleibt Sache der Menschen.

Aber wenn aus dieser Diskussion eine Investitionsentscheidung über Millionen wird, kann es sinnvoll sein, den wirtschaftlich berechenbaren Teil aus der persönlichen Diskussion herauszulösen.

The Owner's Decision

Vielleicht darf eine gute Diskussion über das Unternehmen durchaus am Familientisch beginnen.

Dort entstehen Ideen.

Visionen.

Überzeugungen.

Und manchmal auch die großen unternehmerischen Entscheidungen einer Generation.

Aber bevor daraus 10, 50 oder 100 Mio. EUR Kapitalallokation werden, sollte eine andere Frage gestellt werden:

Nach welchen Kriterien entscheiden wir eigentlich?

Denn gute Governance bedeutet nicht, Emotionen aus einem Familienunternehmen zu entfernen.

Sie bedeutet, dort Struktur zu schaffen, wo persönliche Überzeugungen wirtschaftliche Konsequenzen bekommen.

The family dinner is not an investment committee.

When family opinions become capital decisions,
governance matters.

OWNER'S DECISIONS
The decisions you can't delegate.

MAKE THE DECISION LOGIC VISIBLE.

Decision Intelligence kann Kriterien, Prioritäten, Constraints und Szenarien innerhalb eines gemeinsamen Entscheidungsmodells transparent machen.

Mathematik löst keinen Familienkonflikt. Aber sie kann sichtbar machen, welcher Teil des Konflikts tatsächlich aus unterschiedlichen wirtschaftlichen Annahmen entsteht.

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