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Der teuerste Satz in einem Familienunternehmen: „Das haben wir schon immer so gemacht.“

Wenn wir heute noch keine Projekte hätten – welche würden wir morgen starten?

Es gibt einen Satz, der in Familienunternehmen über Jahrzehnte erstaunlich teuer werden kann:

„Das haben wir schon immer so gemacht.“

Nicht weil Tradition schlecht ist.

Nicht weil die Entscheidungen der vorherigen Generation falsch waren.

Und auch nicht, weil jedes bestehende Projekt regelmäßig infrage gestellt werden sollte.

Sondern weil aus einer guten Entscheidung irgendwann eine Gewohnheit werden kann.

Und aus einer Gewohnheit eine Investition, die niemand mehr neu entscheiden muss.

Das ist der Moment, in dem Vergangenheit beginnt, zukünftiges Kapital zu allokieren.

40 Projekte. Aber werden wirklich 40 Projekte entschieden?

Stellen wir uns ein Unternehmen mit 40 Investitionsprojekten vor.

Das verfügbare CAPEX-Budget beträgt 100 Mio. EUR.

Auf dem Papier konkurrieren 40 Projekte um dieses Kapital.

In der Realität sieht es vielleicht anders aus.

Zehn Projekte gelten praktisch als gesetzt.

Sie werden seit Jahren fortgeführt.

Sie gehören zu etablierten Standorten.

Sie betreffen bestehende Produktionslinien.

Sie stammen aus früheren strategischen Entscheidungen.

Sie besitzen interne Unterstützer.

Oder sie sind schlicht Bestandteil der jährlichen Planung geworden.

Also beginnt die neue Investitionsrunde nicht wirklich bei 100 Mio. EUR.

Vielleicht beginnt sie bei 70 Mio. EUR.

30 Mio. EUR wurden faktisch bereits durch Entscheidungen der Vergangenheit allokiert.

Historie ist kein Investmentkriterium

Dass ein Projekt gestern sinnvoll war, bedeutet nicht automatisch, dass es morgen weiterhin die beste Verwendung für Kapital darstellt.

Märkte verändern sich.

Technologien verändern sich.

Kostenstrukturen verändern sich.

Kunden verändern sich.

Strategien verändern sich.

Und vor allem:

Die Alternativen verändern sich.

Vielleicht ist das bestehende Projekt weiterhin attraktiv.

Vielleicht sogar unverzichtbar.

Aber diese Erkenntnis sollte aus einer erneuten Entscheidung entstehen – nicht ausschließlich aus seiner Historie.

Die gefährlichste Eigenschaft eines bestehenden Projekts

Ein neues Projekt muss sich rechtfertigen.

Es braucht einen Business Case.

Es wird hinterfragt.

Es konkurriert um Budget.

Es muss erklären, warum Kapital genau dort investiert werden sollte.

Ein etabliertes Projekt besitzt dagegen häufig einen psychologischen Vorteil:

Es ist bereits da.

Das verändert die Diskussion.

Plötzlich lautet die Frage nicht mehr:

„Warum sollten wir dieses Projekt finanzieren?“

Sondern:

„Warum sollten wir damit aufhören?“

Das klingt ähnlich.

Ökonomisch und psychologisch ist es etwas völlig anderes.

What if everything had to earn its place again?

Jetzt drehen wir die Perspektive um.

Für einen Moment existiert kein Projekt.

Keine historische Budgetzusage.

Keine bevorzugte Investition.

Kein Projekt bekommt einen Vorteil, nur weil es bereits im vergangenen Investitionsplan enthalten war.

Wir legen alle 40 Projekte wieder auf den Tisch.

Mit ihren aktuellen Investitionen.

Mit ihren aktuellen erwarteten Wertbeiträgen.

Mit ihren Ressourcenanforderungen.

Mit ihren Abhängigkeiten.

Mit ihren Risiken.

Mit ihren strategischen Kriterien.

Und mit den Bedingungen, die heute tatsächlich gelten.

Dann stellen wir nur eine Frage:

If we had no projects today – which ones would we start tomorrow?

Zero-Based Capital Allocation

Das Prinzip ähnelt der Logik eines Zero-Based-Ansatzes.

Nicht das bestehende Portfolio bildet automatisch den Ausgangspunkt der Entscheidung.

Der Entscheidungsraum wird gedanklich neu geöffnet.

Jedes Projekt muss seinen Platz im Portfolio unter den heutigen Bedingungen erneut verdienen.

Das bedeutet nicht, dass bestehende Projekte automatisch gestrichen werden.

Im Gegenteil.

Ein gutes bestehendes Projekt sollte auch in einer neuen Berechnung wieder Bestandteil eines starken Portfolios werden.

Aber jetzt ist es dort aus einem anderen Grund.

Nicht:

„Weil wir es schon immer gemacht haben.“

Sondern:

„Weil es unter den heutigen Bedingungen weiterhin Kapital verdient.“

Die Vergangenheit verliert ihren Sonderstatus

Genau hier wird mathematische Portfolio-Optimierung interessant.

StratePlan muss nicht wissen, welches Projekt der Gründer vor 15 Jahren persönlich initiiert hat.

Es muss nicht wissen, welches Projekt intern besonders beliebt ist.

Es muss nicht wissen, welches Projekt bereits dreimal im Investitionsplan stand.

Für die Berechnung zählen die definierten Daten, Ziele, Abhängigkeiten und Constraints.

Historie ist nur dann relevant, wenn sie heute eine wirtschaftliche oder strategische Bedeutung besitzt und entsprechend im Entscheidungsmodell abgebildet wird.

Damit verlieren bestehende Projekte ihren automatischen psychologischen Sonderstatus.

Sie werden wieder zu dem, was sie wirtschaftlich sind:

eine mögliche Verwendung knappen Kapitals.

Das bedeutet nicht: Alles auf Null

Natürlich kann ein Unternehmen nicht jedes Jahr seine gesamte Investitionswelt vergessen.

Es gibt laufende Verpflichtungen.

Regulatorische Anforderungen.

Vertragliche Bindungen.

Technische Abhängigkeiten.

Bereits getätigte Investitionen.

Pflichtprojekte.

Sicherheitsanforderungen.

Und strategische Entscheidungen, die bewusst langfristig getroffen wurden.

Diese Realität verschwindet durch Zero-Based Capital Allocation nicht.

Sie wird zum Constraint.

Ein Projekt kann verpflichtend sein.

Ein anderes kann von einem bereits gestarteten Projekt abhängen.

Ein Standort kann aus strategischen Gründen gesetzt sein.

Eine Investition kann notwendig sein, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen.

Zero-Based bedeutet deshalb nicht:

„Wir ignorieren die Vergangenheit.“

Es bedeutet:

„Wir unterscheiden zwischen echten Verpflichtungen und historischen Gewohnheiten.“

Das Sunk-Cost-Problem

Besonders schwierig wird die Entscheidung, wenn bereits viel Kapital, Zeit oder persönliche Energie in ein Projekt geflossen ist.

Dann entsteht schnell der Gedanke:

„Jetzt haben wir schon so viel investiert. Jetzt müssen wir weitermachen.“

Aber bereits eingesetztes Kapital beantwortet nicht automatisch die Frage, ob der nächste Euro ebenfalls dort investiert werden sollte.

Die entscheidende Frage lautet:

Wo erzeugt der nächste verfügbare Euro unter den heutigen Bedingungen den höchsten Wert für das Unternehmen?

Das ist eine völlig andere Perspektive.

Der Gründer muss dafür nicht falsch gelegen haben

Gerade in Familienunternehmen ist dieser Punkt entscheidend.

Eine neue Kapitalallokation bedeutet nicht automatisch Kritik an früheren Entscheidungen.

Vielleicht war die Investition des Gründers damals exakt richtig.

Vielleicht hat sie das Wachstum einer ganzen Generation finanziert.

Vielleicht wäre das Unternehmen ohne sie heute nicht dort, wo es steht.

Eine gute Entscheidung kann ihre wirtschaftliche Aufgabe erfüllt haben.

Sie muss deshalb nicht für immer fortgeschrieben werden.

Die Vergangenheit verdient Anerkennung.

Das zukünftige Kapital braucht trotzdem eine neue Begründung.

From annual budgeting to annual re-justification

Damit verändert sich auch die Rolle des jährlichen CAPEX-Prozesses.

Die Frage lautet nicht mehr ausschließlich:

„Wie verteilen wir das neue Budget auf unsere bestehenden Investitionspläne?“

Sondern:

„Welche Kombination unserer heutigen Investitionsmöglichkeiten verdient dieses Budget?“

Das klingt nach einer kleinen sprachlichen Veränderung.

Tatsächlich verändert es die Logik der Kapitalallokation.

Denn jetzt konkurriert nicht nur neu gegen neu.

Neu konkurriert gegen bestehend.

Innovation konkurriert gegen Fortführung.

Expansion konkurriert gegen Modernisierung.

Historie konkurriert gegen zukünftigen Wertbeitrag.

StratePlan: Reset the decision space

Genau hier kann StratePlan einen vollständigen Investitionsraum neu berechnen.

Projekte werden mit ihren aktuellen Daten, erwarteten Wertbeiträgen, Budgets, Ressourcen, Abhängigkeiten und Constraints betrachtet.

Verpflichtende Projekte können gesetzt werden.

Abhängigkeiten können berücksichtigt werden.

Strategische Kriterien können Bestandteil des Entscheidungsmodells sein.

Und alle tatsächlich disponiblen Projekte konkurrieren erneut um das verfügbare Kapital.

Nicht die Vergangenheit bestimmt die Kombination.

Die heute definierten Ziele und Bedingungen bestimmen den Entscheidungsraum.

Die interessanteste Abweichung

Vielleicht ist am Ende gar nicht das mathematisch optimierte Portfolio die interessanteste Information.

Vielleicht ist es die Differenz zum bestehenden Portfolio.

Welche Projekte bleiben bestehen?

Welche verschwinden?

Welche Projekte waren bisher unterfinanziert?

Welche neuen Projekte kommen plötzlich hinein?

Welche etablierten Investitionen verlieren ihren Platz?

Und vor allem:

Warum?

Diese Abweichung zeigt, wo Historie, interne Prioritäten und mathematische Kapitalallokation auseinanderlaufen.

Und genau dort beginnt die Managementdiskussion.

Die Mathematik entscheidet nicht, was Tradition wert ist

Ein Familienunternehmen ist kein anonymes Portfolio.

Tradition kann wirtschaftlichen Wert besitzen.

Langfristige Beziehungen können wirtschaftlichen Wert besitzen.

Standorte können strategischen Wert besitzen.

Kompetenzen können strategischen Wert besitzen.

Unternehmensidentität kann für Eigentümer, Mitarbeiter und Kunden relevant sein.

All das darf Bestandteil einer Entscheidung sein.

Aber es sollte bewusst Bestandteil der Entscheidung sein.

Nicht unsichtbar in der Formulierung: „Das haben wir schon immer so gemacht.“

The Owner's Decision

Vielleicht sollte deshalb jede größere CAPEX-Runde eines Familienunternehmens mit einem Gedankenexperiment beginnen.

Stellen Sie sich vor, heute gäbe es noch keines Ihrer Projekte.

Keine historischen Budgets.

Keine internen Favoriten.

Keine Gewohnheiten.

Nur das Unternehmen.

Seine Strategie.

Sein Kapital.

Seine Ressourcen.

Seine Verpflichtungen.

Und seine Zukunft.

Dann stellen Sie eine einzige Frage:

If we had no projects today – which ones would we start tomorrow?

Die Projekte, die danach wieder im Portfolio stehen, haben einen guten Grund, dort zu sein.

Bei allen anderen beginnt eine Diskussion, die möglicherweise längst überfällig war.

The most expensive sentence in a family business:
“We’ve always done it this way.”

OWNER'S DECISIONS
The decisions you can't delegate.

RESET THE DECISION SPACE.

StratePlan kann bestehende und neue Investitionsmöglichkeiten innerhalb eines gemeinsamen Entscheidungsraums neu bewerten und unter den heute definierten Zielen und Constraints optimieren.

Die Vergangenheit erklärt, warum ein Projekt existiert. Sie sollte nicht allein entscheiden, warum der nächste Euro hineinfließt.

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