Project & Portfolio Optimization: Die optimale Kombination von Projekten auswählen
Project Portfolio Optimization beantwortet eine andere Frage als klassische Project Prioritization: Nicht „Welches Projekt hat den höchsten Score?“, sondern „Welche Kombination aller verfügbaren Projekte erzeugt innerhalb von Budget, Ressourcen und weiteren Restriktionen den höchsten erreichbaren Gesamtwert?“
Project Selection Software und Project Prioritization Software schaffen Transparenz über einzelne Projekte. Portfolio Optimization Software erweitert diese Perspektive auf das gesamte Projektportfolio.
Das wird entscheidend, sobald mehr attraktive Projekte vorhanden sind als Budget oder Ressourcen zur Verfügung stehen.
Ein Unternehmen kann beispielsweise 100 grundsätzlich sinnvolle Projekte besitzen. Wenn jedoch nur 60 davon finanzierbar sind, reicht es nicht aus, jedes Projekt isoliert zu bewerten.
Management muss eine Kombination auswählen.
Und genau hier entsteht ein kombinatorisches Entscheidungsproblem.
Bei 100 unabhängigen Ja-Nein-Projektentscheidungen existieren theoretisch 2^100 mögliche Projektkombinationen – rund 1,27 × 10^30.
Project Portfolio Selection und Project Selection Optimization machen diesen Entscheidungsraum mathematisch beherrschbar.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Project Selection Software?
- Was ist Project Prioritization Software?
- Was ist Project Portfolio Optimization?
- Was ist Portfolio Optimization Software?
- Was ist Project Portfolio Selection?
- Was bedeutet Optimal Project Selection?
- Was ist Portfolio Decision Making?
- Was ist Project Selection Optimization?
- Project Selection vs. Project Prioritization
- Project Ranking vs. Portfolio Optimization
- Warum das beste Ranking nicht das beste Portfolio garantiert
- Der Project Selection Process
- Welche Daten werden für Project Portfolio Optimization benötigt?
- Budget, Ressourcen und Constraints berücksichtigen
- Project Dependencies berücksichtigen
- Strategische Kriterien in die Projektauswahl integrieren
- Die Mathematik hinter Project Selection Optimization
- Beispiel: Warum Project Prioritization nicht ausreicht
- Beispiel: 150 Projekte und begrenztes Budget
- Portfolio Scenarios und What-if Analysis
- Portfolio Decision Making live im Boardroom
- Project Portfolio Optimization mit StratePlan
- Häufig gestellte Fragen zu Project & Portfolio Optimization
Was ist Project Selection Software?
Project Selection Software unterstützt Unternehmen dabei, aus einer größeren Anzahl möglicher Projekte diejenigen auszuwählen, die tatsächlich umgesetzt werden sollen.
Die Projektauswahl kann dabei unterschiedliche Informationen berücksichtigen:
- Projektkosten
- Erwartete Einnahmen
- Net Present Value
- Return on Investment
- Strategischer Nutzen
- Risiken
- Ressourcenbedarf
- Projektlaufzeiten
- Abhängigkeiten
- Budgetrestriktionen
Die eigentliche Herausforderung liegt jedoch nicht in der Speicherung oder Darstellung dieser Daten.
Sie liegt in der Auswahlentscheidung.
Sobald mehrere Projekte gleichzeitig um begrenztes Kapital und begrenzte Ressourcen konkurrieren, muss Project Selection Software die Portfolioebene berücksichtigen.
Die relevante Frage lautet nicht nur, ob ein Projekt gut ist. Entscheidend ist, ob es Bestandteil der besten Projektkombination ist.
Was ist Project Prioritization Software?
Project Prioritization Software bewertet Projekte anhand definierter Kriterien und bringt sie typischerweise in eine Rangfolge.
Beispielsweise können Projekte nach folgenden Größen priorisiert werden:
- ROI
- NPV
- Payback Period
- Strategic Fit
- Risiko
- Dringlichkeit
- Compliance
- Management Score
Das Ergebnis kann beispielsweise so aussehen:
- Projekt A
- Projekt B
- Projekt C
- Projekt D
- Projekt E
Eine Rangfolge ist nützlich, beantwortet aber eine andere Frage als Portfolio Optimization.
Project Prioritization fragt:
„Welches Projekt wird höher bewertet?“
Project Portfolio Optimization fragt:
„Welche Kombination von Projekten erzeugt innerhalb unserer Restriktionen den höchsten Gesamtwert?“
Dieser Unterschied ist entscheidend.
Was ist Project Portfolio Optimization?
Project Portfolio Optimization ist die mathematische Optimierung eines Projektportfolios unter definierten Zielen und Restriktionen.
Dabei werden Projekte nicht isoliert betrachtet.
Stattdessen wird untersucht, wie sie innerhalb eines gemeinsamen Portfolios miteinander konkurrieren und interagieren.
Eine vereinfachte Zielfunktion kann lauten:
Maximiere den Gesamtwert aller ausgewählten Projekte.
Unter der Bedingung:
Gesamtausgaben ≤ verfügbares Budget.
Zusätzlich können weitere Bedingungen berücksichtigt werden:
- Ressourcenlimits
- Projektabhängigkeiten
- Pflichtprojekte
- Mindestbudgets
- Maximalbudgets
- Business-Unit-Regeln
- Strategische Anforderungen
- Zeitliche Bedingungen
Dadurch wird aus einer Projektliste ein mathematischer Entscheidungsraum.
Was ist Portfolio Optimization Software?
Portfolio Optimization Software unterstützt Unternehmen dabei, mögliche Portfoliokonfigurationen anhand definierter Ziele und Restriktionen zu berechnen.
Im Projektmanagement liegt der Fokus dabei auf der optimalen beziehungsweise bestmöglichen Kombination von Projekten.
Eine Portfolio Optimization Software sollte deshalb nicht nur Projekte anzeigen und Scores berechnen.
Sie sollte die Wechselwirkungen zwischen Projektauswahl, Budgetverbrauch, Ressourcen und Zielerreichung berücksichtigen.
Typische Fragestellungen sind:
- Welche Projekte sollten finanziert werden?
- Welche Projekte sollten nicht ausgewählt werden?
- Welche Projekte sollten verschoben werden?
- Was passiert bei einem niedrigeren Budget?
- Welche Projekte kommen bei zusätzlichem Budget hinzu?
- Welche Kombination maximiert den NPV?
- Welche Kombination maximiert den strategischen Nutzen?
- Welche Projekte können gemeinsam umgesetzt werden?
Portfolio Optimization Software sollte nicht nur das Portfolio verwalten. Sie sollte die Portfolioentscheidung unterstützen.
Was ist Project Portfolio Selection?
Project Portfolio Selection bezeichnet die Auswahl einer Teilmenge von Projekten aus einem größeren Projektuniversum.
Das Problem entsteht typischerweise dadurch, dass nicht alle vorgeschlagenen Projekte gleichzeitig umgesetzt werden können.
Gründe dafür sind beispielsweise:
- Begrenztes Budget
- Begrenzte Mitarbeiterkapazitäten
- Begrenzte Engineering-Ressourcen
- Produktionsrestriktionen
- Strategische Vorgaben
- Projektabhängigkeiten
- Zeitliche Restriktionen
Project Portfolio Selection bestimmt damit, welche Projekte in das Portfolio aufgenommen werden.
Mathematische Optimierung erweitert diesen Prozess um eine formale Zielfunktion.
Es wird nicht irgendeine zulässige Auswahl gesucht.
Es wird eine Auswahl gesucht, die die definierte Zielgröße unter den gegebenen Bedingungen bestmöglich erfüllt.
Was bedeutet Optimal Project Selection?
Optimal Project Selection bezeichnet die Auswahl einer Projektkombination, die eine definierte Zielfunktion unter allen modellierten Restriktionen optimiert.
Was „optimal“ bedeutet, hängt deshalb von der Zielsetzung ab.
Das Ziel kann beispielsweise sein:
- NPV maximieren
- ROI beziehungsweise wirtschaftlichen Wert maximieren
- Strategischen Nutzen maximieren
- Risikoreduktion maximieren
- Mehrere Ziele kombiniert optimieren
Die Optimierung erfolgt gleichzeitig unter den realen Bedingungen des Unternehmens.
Ein mathematisch optimales Portfolio unter falschen Annahmen wäre für die Managemententscheidung wenig hilfreich.
Deshalb sind sowohl die Zielfunktion als auch die modellierten Constraints entscheidend.
Optimal Project Selection bedeutet: die beste Projektkombination innerhalb des definierten Entscheidungsmodells.
Was ist Portfolio Decision Making?
Portfolio Decision Making bezeichnet die Entscheidung über das gesamte Projektportfolio anstelle isolierter Einzelprojektentscheidungen.
Management betrachtet dabei nicht nur:
„Soll Projekt A umgesetzt werden?“
Sondern:
„Was bedeutet Projekt A für alle anderen Projekte, die mit demselben Kapital und denselben Ressourcen konkurrieren?“
Dadurch werden Opportunitätskosten sichtbar.
Wenn Projekt A 50 Millionen Euro benötigt, stehen diese 50 Millionen Euro nicht mehr für Projekte B, C oder D zur Verfügung.
Eine Portfolioentscheidung berücksichtigt deshalb den Wert der Alternativen, die durch eine Entscheidung ausgeschlossen werden.
Das macht Portfolio Decision Making besonders relevant für:
- Vorstände
- CFOs
- Investment Committees
- Portfolio Manager
- Corporate Strategy
- Controlling
- PMO und PPM-Verantwortliche
Was ist Project Selection Optimization?
Project Selection Optimization verbindet Project Selection mit mathematischer Optimierung.
Dabei werden Entscheidungsvariablen für Projekte definiert.
Vereinfacht kann für jedes Projekt gelten:
1 = Projekt auswählen
0 = Projekt nicht auswählen
Die Optimierung untersucht anschließend mögliche Kombinationen dieser Entscheidungen unter den definierten Bedingungen.
Beispielsweise:
Maximiere den gesamten NPV der ausgewählten Projekte.
Unter:
Gesamtkosten ≤ 500 Mio. €
und:
- Projekt B nur, wenn Projekt A ausgewählt wird
- Projekt C oder Projekt D, aber nicht beide
- Projekt E ist verpflichtend
- Business Unit A erhält mindestens 50 Mio. €
- Engineering-Ressourcen dürfen nicht überschritten werden
Dadurch können komplexe reale Auswahlregeln formal in die Project Selection integriert werden.
Project Selection vs. Project Prioritization
| Project Prioritization | Project Selection |
|---|---|
| Bewertet Projekte | Entscheidet über Aufnahme ins Portfolio |
| Erzeugt häufig eine Rangfolge | Erzeugt eine Projektauswahl |
| Fokus auf relativer Priorität | Fokus auf Portfoliozusammensetzung |
| Projekt A kann vor Projekt B liegen | A kann ausgewählt oder nicht ausgewählt werden |
| Budget muss nicht Bestandteil des Rankings sein | Budget kann harte Auswahlrestriktion sein |
| Beantwortet: „Was ist wichtiger?“ | Beantwortet: „Was setzen wir tatsächlich um?“ |
Priorisierung und Auswahl können miteinander verbunden werden.
Sie sollten jedoch nicht verwechselt werden.
Project Ranking vs. Portfolio Optimization
| Project Ranking | Portfolio Optimization |
|---|---|
| Betrachtet Projekte primär einzeln | Betrachtet Projektkombinationen |
| Erzeugt eine Reihenfolge | Erzeugt eine Portfoliokonfiguration |
| Ein Score pro Projekt | Gesamtwert des Portfolios |
| Opportunitätskosten nur begrenzt sichtbar | Opportunitätskosten werden durch die Auswahl berücksichtigt |
| Komplexe Abhängigkeiten schwierig | Abhängigkeiten können modelliert werden |
| Fokus auf Priorität | Fokus auf Gesamtperformance |
Ein Ranking kann eine wichtige Informationsquelle sein.
Es beantwortet jedoch nicht automatisch das kombinatorische Auswahlproblem.
Warum das beste Ranking nicht das beste Portfolio garantiert
Der Grund liegt in unterschiedlichen Projektkosten.
Angenommen, vier Projekte konkurrieren um ein Budget von 100 Millionen Euro.
| Projekt | Kosten | Erwarteter Wert |
|---|---|---|
| Projekt A | 100 Mio. € | 150 Mio. € |
| Projekt B | 50 Mio. € | 90 Mio. € |
| Projekt C | 30 Mio. € | 55 Mio. € |
| Projekt D | 20 Mio. € | 40 Mio. € |
Projekt A besitzt den höchsten Einzelwert.
Wird es ausgewählt, ist das gesamte Budget verbraucht.
Der Portfoliowert beträgt 150 Millionen Euro.
Alternativ können B, C und D gemeinsam umgesetzt werden.
Gesamtkosten:
50 + 30 + 20 = 100 Mio. €
Gesamtwert:
90 + 55 + 40 = 185 Mio. €
Beide Optionen benötigen exakt dasselbe Budget.
Die Kombination B + C + D erzeugt jedoch einen um 35 Millionen Euro höheren erwarteten Gesamtwert.
Das beste Einzelprojekt ist nicht automatisch das beste Portfolio.
Der Project Selection Process
Ein strukturierter Project Selection Process kann folgende Schritte umfassen:
- Projektuniversum erfassen: Alle relevanten Projektvorschläge zusammenführen.
- Projektdaten standardisieren: Kosten, Nutzen und weitere Informationen vergleichbar machen.
- Ziel definieren: Festlegen, was mit dem Portfolio maximiert oder optimiert werden soll.
- Budget festlegen: Verfügbare finanzielle Mittel definieren.
- Ressourcen erfassen: Kapazitätsgrenzen berücksichtigen.
- Dependencies modellieren: Abhängigkeiten zwischen Projekten definieren.
- Strategische Kriterien ergänzen: Unternehmensziele integrieren.
- Portfolio optimieren: Projektkombinationen berechnen.
- Szenarien vergleichen: Alternative Bedingungen untersuchen.
- Portfolio entscheiden: Managemententscheidung treffen.
- Neu berechnen: Bei veränderten Bedingungen das Portfolio aktualisieren.
Welche Daten werden für Project Portfolio Optimization benötigt?
Der Einstieg in Project Portfolio Optimization muss nicht mit einem komplexen Datenmodell beginnen.
Eine einfache Grundstruktur kann bereits aus drei zentralen Informationen bestehen:
- Projekt-ID
- Ausgaben beziehungsweise Investitionsbedarf
- Erwartete Einnahmen, NPV oder eine andere Zielgröße
Abhängig von der Entscheidung können weitere Informationen ergänzt werden:
- Business Unit
- Standort
- Projektkategorie
- Strategische Kriterien
- Ressourcenbedarf
- Projektlaufzeit
- Dependencies
- Pflichtprojektstatus
- Risiko
- Ausgaben pro Jahr
Die Datenstruktur sollte der Entscheidung folgen – nicht die Entscheidung der Datenstruktur.
Budget, Ressourcen und Constraints berücksichtigen
Ein realistisches Projektportfolio besitzt mehrere Restriktionen gleichzeitig.
Beispielsweise:
- Gesamtbudget ≤ 500 Mio. €
- Business Unit A ≤ 150 Mio. €
- Business Unit B ≥ 50 Mio. €
- Maximal 20 parallele Projekte
- Begrenzte Engineering-Kapazität
- Bestimmte Compliance-Projekte sind verpflichtend
- Strategische Mindestziele müssen erreicht werden
Diese Bedingungen grenzen den zulässigen Entscheidungsraum ein.
Project Portfolio Optimization sucht anschließend innerhalb dieses Raums nach der Portfoliokonfiguration, die die definierte Zielfunktion bestmöglich erfüllt.
Project Dependencies berücksichtigen
Projekte sind häufig nicht unabhängig voneinander.
Typische Project Dependencies sind:
Projekt B benötigt Projekt A.
Projekt C und Projekt D müssen gemeinsam umgesetzt werden.
Projekt E und Projekt F schließen sich gegenseitig aus.
Projekt G darf erst nach Projekt H starten.
Projekt I wird nur sinnvoll, wenn Projekt J ebenfalls umgesetzt wird.
Solche Abhängigkeiten können die optimale Projektkombination erheblich verändern.
Eine reine Ranking-Methode kann diese Beziehungen nur schwer abbilden.
In einem mathematischen Entscheidungsmodell können sie als Constraints formuliert werden.
Strategische Kriterien in die Projektauswahl integrieren
Unternehmen wählen Projekte nicht ausschließlich anhand finanzieller Kennzahlen aus.
Strategische Kriterien können beispielsweise sein:
- Wachstum
- Innovation
- Strategic Fit
- Digitalisierung
- Resilienz
- Nachhaltigkeit
- Risikoreduktion
- Kundennutzen
- Marktzugang
Diese Kriterien können explizit definiert und gewichtet werden.
Dadurch wird sichtbar, wie sich unterschiedliche strategische Prioritäten auf die optimale Projektauswahl auswirken.
Management kann beispielsweise vergleichen:
Portfolio A: Maximierung des finanziellen Werts
Portfolio B: Höhere Gewichtung von Wachstum
Portfolio C: Höhere Gewichtung von Resilienz
Die Auswirkungen strategischer Entscheidungen auf die Portfoliozusammensetzung werden dadurch quantitativ vergleichbar.
Die Mathematik hinter Project Selection Optimization
Die kombinatorische Komplexität ist einer der zentralen Gründe für mathematische Portfoliooptimierung.
Bei N unabhängigen Ja-Nein-Projekten können theoretisch bis zu 2^N Kombinationen entstehen.
| Anzahl Projekte | Theoretisch mögliche Kombinationen |
|---|---|
| 20 | 2^20 = 1.048.576 |
| 50 | 2^50 ≈ 1,13 × 10^15 |
| 100 | 2^100 ≈ 1,27 × 10^30 |
| 200 | 2^200 ≈ 1,61 × 10^60 |
Dieser theoretische Entscheidungsraum wird durch Constraints eingeschränkt, bleibt bei realen Portfolios aber häufig hochkomplex.
Ein menschliches Entscheidungsteam kann nicht Millionen oder Milliarden möglicher Portfolios manuell vergleichen.
Mathematische Optimierung übernimmt deshalb die kombinatorische Suche innerhalb des definierten Modells.
Management definiert Ziele und Regeln. Die Mathematik berechnet die Konsequenzen.
Beispiel: Warum Project Prioritization nicht ausreicht
Ein Unternehmen bewertet 40 Projekte anhand eines strategischen Scores.
Anschließend werden die Projekte vom höchsten zum niedrigsten Score sortiert.
Das Unternehmen beginnt oben in der Liste und wählt Projekte aus, bis das Budget ausgeschöpft ist.
Diese Vorgehensweise erscheint logisch.
Sie besitzt jedoch einen strukturellen Nachteil:
Sie untersucht nicht systematisch, ob eine andere Kombination niedriger gerankter Projekte das Budget effizienter nutzt.
Ein hoch bewertetes Projekt kann beispielsweise 80 Millionen Euro kosten.
Drei etwas niedriger bewertete Projekte könnten gemeinsam ebenfalls 80 Millionen Euro kosten, aber einen höheren Gesamtwert erzeugen.
Portfolio Optimization prüft deshalb nicht nur die Reihenfolge.
Sie betrachtet die Kombination.
Beispiel: 150 Projekte und begrenztes Budget
Ein Industrieunternehmen besitzt 150 vorgeschlagene Projekte.
Der gesamte Investitionsbedarf beträgt 1,8 Milliarden Euro.
Das verfügbare Budget beträgt 1,1 Milliarden Euro.
Zusätzlich bestehen folgende Bedingungen:
- 250 Millionen Euro Pflichtinvestitionen
- Fünf Business Units
- Sechs Produktionsstandorte
- Begrenzte Engineering-Ressourcen
- Mehrere Projektabhängigkeiten
- Strategische Wachstumsziele
Die Frage lautet nicht:
„Welche 150 Projekte sind gut?“
Die Frage lautet:
„Welche zulässige Kombination dieser 150 Projekte erzeugt innerhalb der 1,1 Milliarden Euro den höchsten definierten Gesamtwert?“
Genau diese Frage bildet Project Portfolio Optimization mathematisch ab.
Portfolio Scenarios und What-if Analysis
Eine optimale Portfolioentscheidung hängt von den zugrunde liegenden Annahmen ab.
Wenn sich diese ändern, sollte das Portfolio neu bewertet werden.
Typische What-if-Fragen sind:
„Was passiert bei 10 Prozent weniger Budget?“
„Welche Projekte fallen bei 20 Prozent weniger Budget heraus?“
„Was bekommen wir für zusätzliche 50 Millionen Euro?“
„Was passiert, wenn Projekt A verpflichtend wird?“
„Wie verändert sich das Portfolio bei weniger Engineering-Kapazität?“
„Was passiert, wenn Wachstum stärker gewichtet wird?“
Für jedes Szenario kann eine neue Portfoliooptimierung durchgeführt werden.
Dadurch werden nicht nur einzelne Parameter verändert.
Die gesamte Project Selection wird unter den neuen Bedingungen neu berechnet.
Portfolio Decision Making live im Boardroom
Die interessantesten Portfoliofragen entstehen häufig während der eigentlichen Managemententscheidung.
Ein CFO reduziert beispielsweise das verfügbare Budget.
Ein CEO möchte eine strategische Initiative verpflichtend aufnehmen.
Ein COO weist auf eine neue Ressourcenrestriktion hin.
Der Vorstand möchte wissen, welche Projekte dadurch aus dem Portfolio herausfallen.
In klassischen Prozessen kann daraus eine neue Analyse entstehen, deren Ergebnis erst Tage später vorliegt.
Mit der CAPEX Live Boardroom Simulation von StratePlan können vorbereitete Portfolio-Modelle mit veränderten Bedingungen neu berechnet werden.
Dadurch können beispielsweise direkt miteinander verglichen werden:
- Current Portfolio
- Optimized Portfolio
- Reduced Budget Portfolio
- Growth Portfolio
- Strategic Portfolio
- Alternative Constraint Scenarios
Portfolio Decision Making wird damit interaktiv.
Frage. Berechnung. Vergleich. Entscheidung.
Project Portfolio Optimization mit StratePlan
StratePlan verbindet Project Selection, Portfolio Decision Making und mathematische Project Portfolio Optimization innerhalb eines gemeinsamen Entscheidungsmodells.
Projekte, Investitionen, erwartete Ergebnisse, strategische Kriterien und Constraints können gemeinsam betrachtet werden.
Damit lassen sich unter anderem folgende Fragen berechnen:
- Welche Projekte sollten ausgewählt werden?
- Welche Projekte sollten nicht finanziert werden?
- Welche Kombination erzeugt den höchsten erreichbaren Portfoliowert?
- Wie verändert sich die Auswahl bei einem niedrigeren Budget?
- Welche Projekte kommen bei zusätzlichem Budget hinzu?
- Welche Projekte sollten verschoben werden?
- Wie beeinflussen Project Dependencies das Portfolio?
- Wie wirken sich Ressourcenrestriktionen aus?
- Wie verändern strategische Kriterien die Project Selection?
- Wie unterscheiden sich Current Portfolio und Optimized Portfolio?
- Wie verändern alternative Szenarien die optimale Projektkombination?
Damit wird Project Selection von einer statischen Priorisierung zu einem berechenbaren Portfolio-Entscheidungsproblem.
Same projects. Different combinations. Better results.
Don't just rank projects. Calculate the portfolio.
Häufig gestellte Fragen zu Project & Portfolio Optimization
Was ist Project Selection Software?
Project Selection Software unterstützt Unternehmen bei der Auswahl von Projekten aus einer größeren Menge möglicher Vorhaben. Moderne Ansätze können neben Projektbewertungen auch Budgetgrenzen, Ressourcen, Abhängigkeiten und weitere Restriktionen berücksichtigen.
Was ist Project Prioritization Software?
Project Prioritization Software bewertet Projekte anhand definierter Kriterien und erzeugt typischerweise eine Rangfolge. Kriterien können beispielsweise ROI, NPV, Strategic Fit, Risiko oder Dringlichkeit sein.
Was ist Project Portfolio Optimization?
Project Portfolio Optimization verwendet mathematische Optimierung, um aus verfügbaren Projekten eine Portfoliokombination unter definierten Zielen und Restriktionen zu bestimmen. Im Unterschied zu einem Ranking werden dabei Projektkombinationen betrachtet.
Was ist Portfolio Optimization Software?
Portfolio Optimization Software unterstützt die mathematische Auswahl und Kombination von Projekten oder Investments innerhalb definierter Budget-, Ressourcen- und weiterer Restriktionen.
Was ist Project Portfolio Selection?
Project Portfolio Selection bezeichnet die Auswahl einer Teilmenge von Projekten aus einem größeren Projektuniversum. Ziel ist es, ein umsetzbares Portfolio zu bilden, das die definierten Unternehmensziele möglichst gut erfüllt.
Was bedeutet Optimal Project Selection?
Optimal Project Selection bezeichnet die Auswahl einer Projektkombination, die innerhalb eines definierten mathematischen Modells die festgelegte Zielfunktion unter Einhaltung aller modellierten Restriktionen optimiert.
Was ist Portfolio Decision Making?
Portfolio Decision Making betrachtet Entscheidungen auf Ebene des gesamten Projektportfolios. Dabei werden Opportunitätskosten, Budgets, Ressourcen, strategische Ziele und Wechselwirkungen zwischen Projekten berücksichtigt.
Was ist Project Selection Optimization?
Project Selection Optimization verbindet die Auswahl von Projekten mit mathematischer Optimierung. Dabei wird berechnet, welche Projektkombination unter den definierten Bedingungen die gewählte Zielgröße bestmöglich erfüllt.
Was ist der Unterschied zwischen Project Prioritization und Project Portfolio Optimization?
Project Prioritization bewertet Projekte und erzeugt häufig eine Rangfolge. Project Portfolio Optimization betrachtet dagegen mögliche Kombinationen von Projekten und berücksichtigt Budget-, Ressourcen- und weitere Restriktionen bei der Portfolioauswahl.
Warum führt das höchstpriorisierte Projekt nicht automatisch zum besten Portfolio?
Projekte besitzen unterschiedliche Kosten und verbrauchen unterschiedliche Ressourcen. Mehrere niedriger priorisierte Projekte können gemeinsam denselben Budgetbetrag benötigen wie ein einzelnes hoch priorisiertes Projekt, dabei aber einen höheren Gesamtwert erzeugen.
Kann Portfolio Optimization Project Dependencies berücksichtigen?
Ja. Abhängigkeiten können als mathematische Constraints modelliert werden. Beispielsweise kann definiert werden, dass ein Projekt ein anderes voraussetzt, zwei Projekte gemeinsam umgesetzt werden müssen oder sich zwei Projekte gegenseitig ausschließen.
Kann Project Portfolio Optimization strategische Kriterien berücksichtigen?
Ja. Strategische Kriterien können als Zielgrößen, gewichtete Utility Criteria oder zusätzliche Bedingungen in das Entscheidungsmodell integriert werden.
Wie viele Kombinationen gibt es bei 100 Projekten?
Bei 100 unabhängigen binären Projektentscheidungen existieren theoretisch 2^100 mögliche Kombinationen. Das entspricht ungefähr 1,27 × 10^30 möglichen Portfolios.
Kann ein Projektportfolio bei verändertem Budget neu optimiert werden?
Ja. Wird das verfügbare Budget verändert, kann das gesamte Portfolio unter der neuen Kapitalgrenze erneut berechnet werden. Dadurch wird sichtbar, welche Projekte herausfallen, hinzukommen oder durch andere Kombinationen ersetzt werden.
Welche Daten benötigt Project Portfolio Optimization?
Für ein einfaches Modell können bereits Projekt-ID, Ausgaben und eine Zielgröße wie Einnahmen, NPV oder Utility ausreichen. Abhängig vom Anwendungsfall können Ressourcen, strategische Kriterien, Abhängigkeiten, Laufzeiten, Business Units und weitere Constraints ergänzt werden.
Was ist der Vorteil von Portfolio Optimization gegenüber einer manuellen Projektauswahl?
Mathematische Portfoliooptimierung kann einen sehr großen kombinatorischen Entscheidungsraum systematisch analysieren und dabei mehrere Restriktionen gleichzeitig berücksichtigen. Management kann dadurch alternative Portfolios auf Basis einer expliziten Entscheidungslogik vergleichen.